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Die Ausschreitungen während des Fußballspieles in Rostock offenbarten wiederholt mangelde Kompetenz, unzureichende abgestimmte Vorbereitung bei Veranstalter und Polizei und zögerliches Handeln gegen Kriminelle. Bei dieser Form der Eskalation und Polizeipräsenz können wir die privaten Sicherheitskräfte mit ihrer defizitären Basisqualifikation einmal vernachlässigen. Es handelte sich hier ganz offensichtlich von Anbeginn an um kriminelle Handlungen, die partiell als Verbrechen zu bewerten sind. Das waren Polizeizuständigkeiten, die über 15 Minuten zusah, wie sich Kriminelle austobten. Jetzt fordern unsere Politiker härteste Bestrafungen! Hört sich immer gut an, wenn man die Täter denn identifiziert hätte. Das diese Randale auch als Deckung für terroristische Aktionen genutzt werden könnten, sei nur am Rande erwähnt. Ebenso die internationale Wirkung. Soweit denkt unsere Polizei wohl aber nicht, sie steht vor einer verschlossenen Tür und findet keine taktisch angepaßte Handlungsvariante. Offensichtlich hatte man vergessen, dass bei einem derartigen bereits vorher als Risikoveranstaltung eingestuften Fußballspiel auf den Fantribünen auch Zivilpolizisten eingesetzt werden sollten. → → →

Die sichtbaren Randalierer waren überschaubar und die Tür durch Zivilpolizisten von Innen wahrscheinlich schnell zu öffnen, so man im Sicherheitskonzept mögliche Handlungsvarianten auf wahrscheinliche Angriffsszenarien mit Ablenkungshandlungen vorgesehen hat. Unsere Polizei hat hoheitliche Rechte, die Eingriffe in die Grundrechte zulassen. Das hat bereits bei der LoveParade 2010 mit immer noch ungesühnten 21 Toten und über 500 Verletzten nicht geklappt. SPD-Kanzlerkandidat Schulz will die Polizei stärken und besser ausrüsten. Sehr lobenswert, aber er war wohl zu lange in Brüssel. Sonst würde er wissen, das die Polizei Ländersache ist und jedes Bundesland ein eigenes Polizeigesetz hat. Hier hat ein Kanzler oder eine Kanzlerin wenig direkten Einfluss. Die Unterschiede beginnen leider bereits bei den Zugangvoraussetzungen und der Ausbildung und deren gegenseitiger Anerkennung. Jahre später werden diese Anfangsdefizite dann beim Führungspersonal und dessen (Nicht-)Entscheidungen sichtbar. Es wird eine böse Tendenz länderübegreifend sichtbar, Entscheidungen immer zögerlicher zu treffen und hoheitliche Rechte lieber auf der Autobahn bei Rasern anzuwenden als bei derartig schweren Delikten, bei denen es eigentlich eher geboten ist. Hier geht es um Kompetenz aus Wissen und Können und auch um die Karriere. Das wäre wohl aktuell diskutabler als gut klingende Forderungen ohne bekannte Täter. Das schließt auch nicht aus, die Fehler bei der Vorbereitung, vorhandene zu undifferenzierte Sympathien bei den Vereinen gegenüber den Fans und weitere Defizite kritisch zu diskutieren. Aber wenn es brennt und randaliert wird, spielt das erst mal keine Rolle, da ist zu Handeln im Interesse der Sicherheit der Bürger.