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Eine sehr aktuelle Frage ist sicher, in welchem Umfang die private Sicherheitswirtschaft mit ihren verschiedenen Leistungsbereichen von der Coronavirus-Krise mit allen ihren Auswirkungen und Einschränkungen betroffen ist. Dabei stehen die personellen Sicherheitsdienstleistungen sicher im Mittelpunkt. Sie sind, allerdings sehr differenziert, Bestandteil der Sicherheitsarchitektur in Deutschland und leisten für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung einen inzwischen anerkannt nicht ersetzbaren Anteil. So hat die Bundeswehr sehr deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die derzeit erfolgende bewaffnete Bewachung aller Bundeswehrliegenschaften ohne die privaten Sicherheitsdienstleister nicht zu realisieren ist, dafür fehlen schlicht die Soldaten. Hier geht es auch um den Zugriff auf Waffen, Munition und Spezialtechnik.
 
Diese grundsätzliche Aussage betrifft in der derzeitigen Krisensituation viele Leistungsbereiche der Sicherheitswirtschaft, denn die Gefährdungslage  hinsichtlich Terrorgefahr, organisierter Kriminalität und Alltagskriminalität ändert sich nicht grundlegend, wenngleich in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit nicht im Mittelpunkt stehend. Gerade mögliche lagebedingte Abstriche an Sicherheit und Ordnung können das Angriffsverhalten beeinflussen, die Computerkriminalität hat bereits neue pandemierelevante Ziele im Visier. Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen, die für die zukünftige Bekämpfung des Coronavirus und seiner Auswirkungen von besonderer Bedeutung sind, geraten verstärkt in den Fokus wirtschaftskrimineller Aktivitäten und sind zu schützen. → → →
 
Aber auch der „normale“ Einbrecher will in dieser Zeit weiter leben, auf seine kriminelle Art. Selbst sicherungs- und schutztechnische Lösungen funktionieren nicht ohne Bedienungs- und Aufsichtspersonal sowie geschulte Interventionskräfte. Insoweit ist vereinfacht an dieser Stelle zusammengefasst die Aufrechterhaltung der privaten Sicherheitsdienstleistungen in dieser Krise zwingend geboten.
 
Es fällt in diesem Zusammenhang auf, dass die privaten Sicherheitsdienstleister bisher in der Aufstellung sicherheitsrelevanter Dienstleistungen durch Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, ÖPNV usw., für die besondere Lösungen gefunden werden müssen, um den Dienst- und Geschäftsbetrieb aufrecht zu halten, in der Regel nicht explizit aufgeführt sind. Natürlich wird es Einschränkungen geben, so beim Veranstaltungsschutz. Aber genau diese frei werdenden Mitarbeiter verfügen in der Mehrzahl nicht über die gewerberechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für andere Einsatzrichtungen. Hier geht es tatsächlich um die Existenz für den jeweiligen Dienstleister.
 
Es macht sich schmerzlich das Fehlen des mehrfach angekündigten neuen Sicherheitsdienstleistungsgesetzes bemerkbar, mit dem hoffentlich die derzeit immer noch zwischen Wirtschafts- und Innenministerium verteilten Zuständigkeiten sowie Stellung und Befugnisse des Sicherheitsmitarbeiters in Abhängigkeit von seinen Einsatzbereichen eindeutiger geregelt und die Qualifizierungsanforderungen angehoben werden. Die Coronakrise hat auch die Berufs- und Arbeitgeberverbände in der Sicherheitswirtschaft kalt erwischt, derzeit stehen die akuten Liquiditätsprobleme in Verbindung mit dem Krankengeldzahlungen und den Vergütungsausfällen im Mittelpunkt. Betroffen sind auch alle Sicherheitsunternehmen, bei denen entweder Sicherheitspersonal krankheitsbedingt ausfällt oder bei denen Sicherungsaufträge gekündigt werden oder auch ohne Kündigung kein Einsatz mit der Folge ausbleibender Vergütungen erfolgt. Das mag für Anwälte sehr interessant sein, aber die mittelständisch geprägte private Sicherheitswirtschaft in Deutschland verfügt in der Regel über wenige Rückstellungen und damit geht es hier um die Existenz. Vollkommen in der Luft hängen die wohl über 6.000 Selbständigen, die als Subunternehmer oder mit mehreren Aufträgen befristet beschäftigt werden. Hier gibt es keine Unterschiede zu vielen anderen Gewerben, nur haben sie keine Lobby.
 
Ausgehend von dieser Bewertung eines grundsätzlich auch in der derzeitigen Krise vorhandenen Bedarfs an Sicherheitsdienstleistungen im Interesse der Sicherheit und Ordnung sowie der Versorgung (wie Geldtransport) bedarf es in Abhängigkeit von den konkreten Aufgabenstellungen der differenzierten Einbeziehung der privaten Sicherheitsdienstleister in den Kreis der sicherheitsrelevanten Unternehmen, für die im Bedarf Sonderlösungen zur Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit gefunden werden müssen. Das schließt auch die zertifizierten Sicherheitsfachschulen ein, denn der Bedarf an gewerberechtlich zugelassenen und fachlich qualifizierten Personals sollte eher zu- als abnehmen. Absehbar ist sicher eine schon länger notwendige Strukturmodifizierung, die aber nun ungeregelt und opferbelastet erfolgen dürfte. Das Sicherheitsdienstleistungsgesetz bleibt eine akute Notwendigkeit.
 
Die ISG International tätige SICHERHEITSGESELLSCHAFT mbH Berlin setzt mit dem Vorbehalt kurzfristiger Änderungen seine Geschäftstätigkeit in den Kernbereichen Beratung und Vertrieb von Sicherheitstechnik (ROTEIV®-Onlineshop) sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung (Sicherheitsfachschule ROTEIV®-Bildungszentrum) lageangepasst fort. In einer internen Dienstanweisung der Geschäftsführung wurden dazu entsprechende Festlegungen getroffen. Sie regeln lagebedingte Belehrungen und Verhaltensvorgaben, die Ausrüstung mit Schutzmitteln, mögliche Veränderungen der Geschäftstätigkeit und auch der Unterrichtstätigkeit bis hin zu individuellen und internetgestützten Schulungsmaßnahmen. Direktkurse mit Anwesenheit im Objekt werden derzeit nicht mehr durchgeführt, alternative Lösungen stehen bereit.
Beim Vertrieb von Sicherheitstechnik können Lieferengpässe und Quarantänemaßnahmen zu Verzögerungen führen, was dann auch die Errichter betrifft. Die Krise beginnt erst.