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Die zwischen dem BDWS Bun­des­ver­band Deutscher Wach- und Si­cher­heits­un­ter­neh­men e.V. und der Ge­werk­schaft ver.di geführten Ta­rif­ver­hand­lun­gen um bun­des­ein­heit­li­che Min­dest­löh­ne als Vor­rau­set­zung für eine Aufnahme in das Ent­sen­de­ge­setzt sind an den For­de­run­gen von ver.di nach ein­heit­li­chen 7,50 € Stun­den­min­dest­lohn in ganz Deutsch­land ge­schei­tert. Neue Gespräche mit gleichem Ziel wurden mit der Ge­werk­schaft Öf­f­ent­li­cher Dienst und Dienst­leis­tun­gen (GÖD) auf­ge­nom­men und führten quasi in letzter Minute zu einem ge­mein­sa­men Antrag um Aufnahme des Wach- und Si­cher­heits­ge­wer­bes in das Ar­beit­neh­mer-​Ent­sen­de­ge­setz. Dies soll ver­hin­dern, dass 2009 oder spä­tes­tens 2011 aus­län­di­sche Ar­beit­neh­mer nach Eintritt der un­be­schränk­ten Ar­beit­neh­mer­frei­zü­gig­keit die ohnehin niedrigen Löhne im Si­cher­heits­ge­wer­be weiter drücken und Ar­beits­plät­ze ver­nich­ten.

Ver­gleich­ba­re Stun­den­löh­ne in Polen, Tsche­chi­en u. a. ost­eu­ro­päi­schen Staaten liegen zwischen 1,10 und 2,00 Euro, die mo­nat­li­che Stun­den­be­las­tung über­schrei­te schon mal 300 Stunden erheblich. Al­ler­dings muss eine deutsche Si­cher­heits­kraft mit IHK-​Sach­kun­de­prü­fung oft auch über 200 Stunden arbeiten, um vom Verdienst leben zu können. Außerdem erhält der "ge­fürch­te­te" Pole in Dänemark 12 € Min­dest­lohn und die Fähren sind auf Monate aus­ge­bucht. Die an­ge­streb­te neue nied­rigs­te Lohn­grup­pe in den neuen Bun­des­län­dern lag bei 5,75 € ab 2009, die aktuellen Ver­hand­lungs­er­geb­nis­se liegen noch nicht vor. Neben dem Ar­beit­neh­mer-​Ent­sen­de­ge­setz stellt ge­gen­wär­tig noch die ge­wer­be­recht­li­che Zu­gangs­vor­aus­set­zung nach § 34a GewO eine Ein­stiegs­hür­de dar, die aber allgemein anerkannt nicht mehr den Be­dürf­nis­sen ent­spricht und auch bereits von aus­län­di­schen Ar­beit­neh­mern, ins­be­son­de­re auch Selb­stän­di­gen, bewältigt wird. Wenn­gleich die Absicht und die Be­mü­hun­gen des BDWS zu un­ter­stüt­zen sind, sollten die Augen nicht vor den aktuellen Problemen der Nied­ri­gent­loh­nung und den nicht kon­se­quent genutzten Mög­lich­kei­ten, zumindest die Ta­rif­löh­ne durch­zu­set­zen, ver­schlos­sen werden. Man tut sich oft schwer, nach der Auf­de­ckung von Rechts­ver­let­zun­gen, wie sit­ten­wid­ri­ge Ent­loh­nung, Schwarz­ar­beit oder fehlenden ge­wer­be­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, gegebene Rechts­we­ge zu be­schrei­ten. Das in über 3.300 oftmals sehr kleine Un­ter­neh­men bis hin zu Selb­stän­di­gen, die sich als Bil­ligst-​Sub­un­ter­neh­mer verdingen, auf­ge­glie­der­te Si­cher­heits­ge­wer­be ist ohnehin schwer zu über­bli­cken. Noch pro­ble­ma­ti­scher ist die Auf­de­ckung und Ahndung von un­ter­ta­rif­li­chen Be­zah­lun­gen durch ta­rif­ge­bun­de­ne Un­ter­neh­men. Dies kann ei­gent­lich nur durch BDWS-​Mit­glie­der, quasi aus den eigenen Reihen heraus, erfolgen, die Ge­werk­schaf­ten sind im Si­cher­heits­ge­wer­be hoff­nungs­los un­ter­re­prä­sen­tiert. Immerhin werden in Berlin wohl nun Schritte vor­be­rei­tet, um ob­jekt­ge­bun­de­ne 4,60 € Stun­den­lohn als Ta­rif­ab­wei­chung auch ge­richts­fest zu do­ku­men­tie­ren. Die an­ge­streb­ten Min­dest­löh­ne beheben auch nicht die Probleme der Ge­rin­gent­loh­nung höher qua­li­fi­zier­ter Fach­kräf­te. So kommt eine Geprüfte Schutz- und Si­cher­heits­kraft (IHK) vieler Ort`s immer noch nicht an die untersten ta­rif­li­chen Ver­gü­tun­gen für Un­ge­lern­te im Rei­ni­gungs­ge­wer­be heran. Aus der Sicht der Ar­beit­neh­mer und ihrer Ba­sis­qua­li­fi­zie­rung gemäß Ge­wer­be­ord­nung, der Ge­fähr­dun­gen und Schicht­be­las­tun­gen sind 7,50 € Stun­den­ent­loh­nung ei­gent­lich durchaus nicht über­be­zahlt. Somit sind zwar mögliche zu­künf­ti­ge Probleme ein­ge­schränkt, aktuelle aber noch nicht zu­frie­den­stel­lend gelöst.